Hotline 0761 36122

Bei uns sprechen die Zeitungen !

Wir kennen es alle und es ist der Griff jedes zweiten Bürgers: Am Morgen nach dem Aufstehen erst einmal Kaffee kochen und sich an den Frühstückstisch setzen.

Was gibt es denn so neues in der Region: Mal sehen, was denn so in der Zeitung steht. Der routinierte Griff zur Tageszeitung kann von blinden und sehbehinderten Menschen nicht mehr vollzogen werden.

Um dieses Stück Lebensqualität nicht vollends zu verlieren, bietet der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. eine akustische Ausgabe von diversen Tageszeitungen auf CDs im so genannten mp3-Format an. Einmal wöchentlich wird eine CD an die Abonnenten versandt. Auf dieser CD werden die Zeitungsartikel der abgelaufenen Woche gesammelt aufgesprochen. Bei der Auswahl der Artikel sind natürlich hohe Anforderungen an die Auflesekräfte zu richten, weil nur die Artikel aufgesprochen werden sollen, die auch nach einer abgelaufenen Woche noch aktuell sind. Besonderen Wert legen die Aufleserinnen, die die Auflesetätigkeit auf ehrenamtlicher Basis durchführen, auf die Aufsprache von regionalen Terminen, von Regionalnachrichten und auf die Sportereignisse aus der Region.

Sollten Sie an einer kostenlosen Probenummer interessiert sein, so lassen Sie es uns wissen. Einfach das Kontaktformular auf unserer Website ausfüllen.

Derzeit geben wir folgende Zeitungen als Hörzeitungen heraus:

  • Badische Zeitung – Ausgabe Freiburg Stadt
  • Mittelbadische Presse - Offenburger Tageblatt (Offenburg 1)
  • Mittelbadische Presse - Offenburger Tageblatt (Offenburg 2)
  • Mittelbadische Presse - Ausgabe Gengenbach
  • Mittelbadische Presse - Achern-Rench-Zeitung
  • Mittelbadische Presse - Kehler Zeitung
  • Mittelbadische Presse - Lahrer Zeitung

Eine Aufleserin stellt sich vor

Liebe Leserinnen und Leser,

Mein Name ist Sysett Twrdy. Ich bin 45 Jahre alt und in der Nähe von Berlin geboren. Meine Eltern heben mir bereits von klein auf beigebracht, dass sich Menschen unterstützen müssen und das helfen auch Freude bereitet. Was liegt also näher, ich habe einen sozialen Beruf erlernt und bin Krankenschwester geworden.

1986 brachte ich mein erstes Kind zur Welt. Er litt bereits im Alter von nur 3 Monaten an Augentumoren, in dessen Folge er mit nur 9 Monaten erblindete. Durch die ständigen Behandlungen an einer Universitätsaugenklinik kam ich in reichlich Kontakt zu sehbehinderten und blinden Menschen. Ich habe mitbekommen, wie selbstverständlich blinde Kinder mit ihrem Handicap umgehen und wie sich ganze Familien auf diese Situation einstellen. Vor diesen Menschen habe ich heute einen enormen Respekt. Unser Sohn ist leider im Alter von 1 1/2 Jahren verstorben. Meine Einstellung zu sehbehinderten und blinden Menschen ist jedoch geblieben.

Seit 2002 lebe ich in Friesenheim. Inzwischen sind meine anderen beiden Kinder erwachsen und glücklicherweise gesund. Ich habe noch einmal die Schulbank gedrückt und Pflegemanagement studiert. Heute leite ich eine Pflegeeinrichtung im Raum Kehl. Als 2007 Aufleser für das Offenburger Tageblatt Regionalausgabe Lahr gesucht wurden, war es für mich selbstverständlich, mich zu melden. Ich habe diese Aufgabe gern übernommen. Ich habe so die Möglichkeit, sehbehinderte und blinde Menschen zu unterstützen und tue dies auch im Namen meines kleinen Sohnes. Es macht mir sehr viel Freude, obwohl die Zeit durch meine Arbeit manchmal recht knapp bemessen ist. Meine Familie hält mir jedoch, wenn es mal ganz eng wird, den Rücken frei, so dass die Leser ihre Zeitung zum Hören immer rechtzeitig erhalten können.

Sysett Twrdy

Für die regelmäßigen Abonnenten werden die aufgesprochenen CDs in unserem Hause auf einer speziellen CD-Kopieranlage vervielfältigt.

Die erstellten Kopien werden hernach in einer speziellen Versandbox an den Abonnenten verschickt. Der Versand von CDs für Blinde und Sehbehinderte erfolgt portofrei als so genannte Blindensendung.

Nach dem Abhören kann der Abonnent die CD wieder in die gelbe Versandbox zurück stecken. Die Box wird dann mit einem Schieber verschlossen. Auf der Vorderseite der Versandbox befindet sich ein durchsichtiges Einschubfach. In diesem Einschubfach befindet sich eine Adresskarte. Diese Karte ist auf der Vorderseite mit der Adresse unseres Hauses und auf der Rückseite mit der Adresse des Abonnenten beschriftet.

Wenn die CDs fertig kopiert sind, werden sie vor dem Versand nochmals kontrolliert. Das nachfolgende Bild zeigt Frau Schmidt bei der Kontrolle der fertig kopierten CDs mit dem PTN1 - einem speziellen Abspielgerät für blinde und sehbehinderte Menschen.

Wenn der Abonnent die abgehörte CD zurück sendet, muss er lediglich die Adresskarte wenden und kann danach die Versandbox mit CD wieder in den Briefkasten stecken, ohne für eine erneute Beschriftung eine sehende Hilfsperson bemühen zu müssen.

Die CDs werden im so genannten Pendelverfahren eingesetzt und die CD mit der aktuell aufgesprochenen Ausgabe wird immer wieder zwischen unserem Hause und dem Abonnenten hin und her verschickt.