1. Allgemeine Informationen zur Veranstaltung
Die zweitägige Informationsveranstaltung „Schule fertig, und was dann?“ fand von Dienstag, 03.03.2026, bis Mittwoch, 04.03.2026, in der Jugendherberge Stuttgart International statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landesblinden- und -sehbehindertenverband Baden-Württemberg e.V. (LBSV)unter der Seminarleitung von Mischa Knebel (Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V.). Unterstützung erhielt das Event von verschiedenen Bildungseinrichtungen aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen.
Die Veranstaltung richtete sich gezielt an:
- Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierungsphase
- Deren Eltern
- Lehrkräfte
- Mitarbeitende der Wohnbereiche
Das übergeordnete Ziel war es, den Übergang von der Schule ins Berufsleben für blinde und sehbehinderte Jugendliche umfassend zu unterstützen und Orientierungshilfen zu bieten.
2. Ablauf und Programmpunkte
Dienstag, 03.03.2026
Nach der Anreise und einer Begrüßung am Vormittag startete das Programm im Raum „Kairo“ mit dem ersten Kennenlernen sowie der Vorstellung des Planungsteams und der Selbsthilfe.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stellten sich die anwesenden Berufsausbildungs-Einrichtungen kurz vor, darunter das Berufsförderungswerk Mainz, die bbs nürnberg, die Deutsche Blindenstudienanstalt Marburg und die Nikolauspflege.
Am Nachmittag teilte sich das Programm in zwei parallele Podiumsrunden auf, um verschiedene Bildungswege zu präsentieren:
Podium 1: Fokus auf Berufsvorbereitung (VAB, VABO, BVJ, BvB) und Berufe wie Gartenbaufachwerker/in, Verkauf/Einzelhandel, Ensembleleitung, Ernährung/Versorgung, Massage/Physiotherapie, Küche (Koch/Fachpraktiker) sowie Metalltechnik/Zerspanungsmechanik.
Podium 2: Fokus auf kaufmännische und IT-Berufe (Dialogmarketing, E-Commerce, Büromanagement, Digitalisierungsmanagement, Fachinformatik) sowie weiterführende Schulen (Fachoberschulen, Gymnasialzweige, Berufskollegs und kaufmännische Berufsfachschulen).
Im Anschluss gab es Raum für persönliche Gespräche, den Zimmerbezug und zielgruppenspezifische Workshops des Vereins Sehbehindert aber Richtig! e.V.:
Für Erwachsene: „Selbstständigkeit mit den Eltern?!“
Für Schüler: „Richtig durchblicken – Richtig durchstarten“
Vor dem Abendessen rundeten Kleingruppen-Angebote zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM), der verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken (VAmB) und der Unterstützung durch den Sonderpädagogischen Dienst den Tag ab.
Mittwoch, 04.03.2026
Der zweite Tag begann nach dem Frühstück mit einer hochkarätig besetzten Podiumsrunde aus Kostenträgern, Fachdiensten und Arbeitgebern. Vertreten waren die Agentur für Arbeit (Rehabilitation), der Integrationsfachdienst, die Deutsche Bahn und der Zoll Baden-Württemberg, die den Teilnehmenden Rede und Antwort standen.
Weitere Schwerpunkte des Vormittags waren:
- Selbsthilfe und junge Selbsthilfe: Vorstellung der Arbeit des DBSV-Jugendteams/-Jugendclubs (insb. des Digitalteams) und praxisnahe Impulse.
- Markt der Möglichkeiten: Eine Messeplattform mit Infoständen diverser Verbände, Taubblinden-Projekte, Werkstätten (z.B. Limeshof Welzheim) und der beteiligten Bildungseinrichtungen.
Nach dem Mittagessen fand eine offene Gesprächsrunde mit Auszubildenden statt, die über Themen wie das Einleben im Internat, Heimweh, selbstständige Wohnformen sowie alltägliche Unterstützung (Orientierung & Mobilität, Lebenspraktische Fähigkeiten, psychologischer Dienst) berichteten. Die Veranstaltung endete nach einer Auswertungsrunde gegen 15:00 Uhr.
3. Zentrale Zielsetzungen der Veranstaltung
Aus den Inhalten des Programms lassen sich die folgenden Kernziele der Veranstaltung zusammenfassen:
- Orientierung in der Berufswahl: Jugendliche erhielten einen detaillierten Überblick über spezialisierte Ausbildungsgänge, IT- und kaufmännische Berufe sowie schulische Weiterbildungen.
- Informationsaustausch & Vernetzung: Die Plattform ermöglichte den direkten Austausch zwischen Betroffenen, Ausbildungseinrichtungen, potenziellen Arbeitgebern und Kostenträgern.
- Stärkung der Selbstständigkeit: Durch gezielte Workshops und Berichte von Azubis wurden Themen wie die Abnabelung vom Elternhaus, das Leben im Internat und die soziale Integration praxisnah vermittelt.
- Förderung der Selbsthilfe: Jugendliche wurden motiviert, sich in der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe (z. B. im Jugendteam) einzubringen.
- Aufklärung über Hilfssysteme: Die Teilnehmenden wurden umfassend über spezielle Unterstützungsmöglichkeiten wie O&M-Training (Orientierung und Mobilität), LPF (Lebenspraktische Fähigkeiten) und den Sonderpädagogischen Dienst aufgeklärt.
Mischa Knebel